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Die meisten Nutzer sehen die hunderten Entscheidungen hinter einem Produkt nicht – und das ist manchmal frustrierend

Warum ist Calensphere lila? Warum sieht jedes meiner Projekte anders aus? Und warum hinterfrage ich selbst Entscheidungen, die auf den ersten Blick längst getroffen wirken? Hinter einem digitalen Produkt stehen weit mehr Überlegungen, als Nutzer später erkennen können. Genau diese unsichtbare Arbeit prägt jedoch, wie sich eine Plattform am Ende anfühlt.

Die meisten Nutzer sehen die hunderten Entscheidungen hinter einem Produkt nicht – und das ist manchmal frustrierend

Vor einiger Zeit wurde ich gefragt, warum Calensphere eigentlich lila ist. 

Meine erste Reaktion war: Warum nicht? Warum sollte eine Business-Anwendung automatisch blau, grün oder vollständig dunkel gestaltet sein? Nur weil viele andere Produkte diesen Weg wählen, bedeutet das nicht, dass er auch für Calensphere richtig ist. Natürlich gefällt mir die Farbwelt. Das allein war jedoch nicht ausschlaggebend. Die Farben sollten modern wirken, einen eigenen Wiedererkennungswert besitzen und gleichzeitig zu einer Plattform passen, die später weit mehr als nur eine Terminverwaltung sein soll. Genau darin liegt etwas, das Nutzer später kaum sehen werden. Sie sehen das fertige Design. Sie sehen das Logo, den Farbverlauf, die Navigation und die einzelnen Funktionen. Was sie nicht sehen, sind die vielen Fragen, die diesen Entscheidungen vorausgegangen sind. 

Warum nicht einfach das machen, was alle machen?

Ich hinterfrage Entscheidungen grundsätzlich. Nicht, weil ich aus jeder Kleinigkeit ein Problem machen möchte. Sondern weil sehr viel schiefgehen kann, wenn man Dinge nur übernimmt, weil sie gerade üblich sind. Das betrifft nicht nur Farben. Meine persönliche Website sieht vollkommen anders aus als Calensphere. Sie verwendet keinen weißen Hintergrund, sondern einen warmen Cremeton mit einer grünen Navigation. Calenode ist dagegen bewusst sehr dunkel gestaltet. Calensphere besitzt wiederum seine eigene Farbwelt. Diese Unterschiede sind keine Zufälle. Jedes Projekt verfolgt ein anderes Ziel, spricht Menschen auf eine andere Weise an und soll eine eigene Atmosphäre vermitteln. Ein Design einfach zu kopieren, nur weil es bei einem anderen Projekt funktioniert, wäre für mich keine sinnvolle Entscheidung. Dasselbe gilt für Technologien und Funktionen. Nicht jeder Trend bringt automatisch einen Vorteil. Cloudbasierte Werkzeuge können bequem sein und für viele Menschen genau die richtige Lösung darstellen. Für meine eigenen Projekte überwiegen jedoch häufig die Nachteile. Kontrolle, Datenschutz, Unabhängigkeit und die Möglichkeit zum eigenen Hosting sind für mich langfristig wichtiger. Genau deshalb begeistert mich n8n. Nicht weil es gerade häufig erwähnt wird, sondern weil es nach der ersten Lernphase sehr flexibel ist und sich lokal betreiben lässt. Andere Werkzeuge habe ich mir ebenfalls angesehen. Sie wirkten auf mich teilweise komplizierter, obwohl sie als besonders einfach beworben werden. Auch solche Entscheidungen sieht der spätere Nutzer nicht. Er sieht nur, dass eine Automatisierung funktioniert.

Calensphere soll mehr sein als eine Sammlung einzelner Funktionen

Bei Calensphere geht es mir nicht darum, möglichst viele Funktionen in eine Plattform zu packen. Mein Ziel ist, dass Nutzer für ihren Arbeitsablauf möglichst wenige andere Werkzeuge benötigen. Ein Interessent soll einen passenden Anbieter über das Branchenverzeichnis finden können. Anschließend kann er einen Termin buchen oder zunächst eine Anfrage stellen. Ob es besser oder schlechter ist, entscheidet am Ende nicht der Entwickler, sondern der Nutzer. Meine Aufgabe besteht darin, eine klare eigene Lösung zu schaffen und nicht lediglich das vorhandene Produkt eines anderen Anbieters zu kopieren.

Die eigentliche Arbeit bleibt häufig unsichtbar

Wenn Calensphere später genutzt wird, wird wahrscheinlich kaum jemand darüber nachdenken, warum der Farbverlauf genau so aussieht. Niemand wird sehen, wie oft ich ein Konzept hinterfragt, verworfen oder neu aufgebaut habe. Nutzer werden nicht wissen, weshalb bestimmte Funktionen bewusst erst später kommen. Sie erleben nur das Ergebnis. Genau das ist auch richtig so. Ein Nutzer muss nicht jede Entscheidung hinter einem Produkt verstehen. Er soll spüren, dass die einzelnen Bestandteile zusammenpassen und ihm Arbeit abnehmen. Trotzdem kann es manchmal frustrierend sein, wenn monatelange Überlegungen am Ende auf eine Frage wie „Warum Lila?“ reduziert werden. Nicht, weil die Frage falsch wäre. Sondern weil hinter dieser scheinbar einfachen Entscheidung sehr viel mehr steckt.

Genau deshalb dokumentiere ich diese Reise

Mit meinen Einblicken möchte ich nicht nur zeigen, welche Funktion gerade fertig geworden ist. Ich möchte auch festhalten, warum etwas überhaupt entsteht. Warum ich eine bestehende Idee noch einmal hinterfrage. Warum ich einen Trend bewusst nicht übernehme. Warum ein Projekt anders aussieht als das nächste. Und warum eine funktionierende Lösung für mich manchmal trotzdem noch nicht gut genug ist. Softwareentwicklung besteht nicht nur aus Code. Sie besteht aus Entscheidungen über Technik, Gestaltung, Nutzerführung, Datenschutz, Wirtschaftlichkeit und die langfristige Richtung eines Produkts. Die meisten dieser Entscheidungen wird später niemand sehen. Aber sie bestimmen, ob sich ein Produkt am Ende wie eine zusammenhängende Plattform anfühlt oder lediglich wie eine Ansammlung einzelner Funktionen.

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